Die Pearà

Eine 1500 Jahre alte Geschichte

Pearà bedeutet im veronesischen Dialekt „gepfeffert“. Es handelt sich um eine Sauce, die aus nur wenigen Zutaten zubereitet wird: Brot, Brühe, Ochsenmark und viel schwarzem Pfeffer.

Doch hinter diesem scheinbar einfachen Gericht verbirgt sich eine Geschichte, die sehr weit zurückreicht.

Wie die Pearà entstand

Wir befinden uns im Jahr 572 nach Christus, in Verona.

Alboin, König der Langobarden, hat gerade einen Krieg gewonnen. Um zu feiern, nimmt er den Schädel des feindlichen Königs, verwandelt ihn in einen Becher und zwingt seine Frau Rosmunda — die Tochter dieses Mannes — daraus zu trinken.

Rosmunda hörte auf zu essen. Sie ließ sich sterben.

Der Hofkoch nahm, was ihm zur Verfügung stand: trockenes Brot, Brühe und Ochsenmark. Er fügte eine Handvoll schwarzen Pfeffer hinzu — der damals so viel wert war wie Gold — und ließ alles langsam kochen.

Er brachte die Sauce zu Rosmunda. Sie aß und erholte sich.

Die Sauce, die sie der Überlieferung nach rettete, wurde Pearà genannt.

Vom Gericht der Könige zum Gericht für alle

Im Mittelalter war Pfeffer ein seltenes und kostbares Gewürz. Deshalb war die Pearà ursprünglich ein Gericht, das den adeligen Tafeln vorbehalten war.

Mit der Zeit fand sie auch Einzug in die Häuser der einfachen Leute.

Wer wenig Geld hatte, verwendete wenig Pfeffer. Wer ihn sich nicht leisten konnte, bereitete eine Version namens Panà zu.

Aber ohne Pfeffer war die Pearà nicht mehr wirklich Pearà.

Das Sonntagsessen

Über Generationen hinweg bedeutete die Zubereitung der Pearà, ein ganzes Mahl zu organisieren.

Zuerst kam die Brühe mit den Paparele. Dann das gekochte Fleisch — Zunge, Huhn und Rinderbrust — begleitet von der Pearà, die im Tontopf serviert wurde, während sie noch köchelte.

Es war das Sonntagsessen. Es war das Weihnachtsessen. Es war der Moment, in dem sich die ganze Familie um denselben Tisch versammelte.

Jede Familie hatte ihre eigene Version. Und auch ihre eigene Diskussion:

Kommt Käse hinein oder nicht?

In Verona wird über dieses Thema noch heute diskutiert.

Eine weltweit einzigartige Sauce

Die Pearà findet man nur in Verona und in den umliegenden Gebieten.

Im Jahr 2012 hat die Gemeinde Verona sie als Produkt anerkannt De.Co. — Denominazione Comunale .

Eine offizielle Anerkennung, die etwas sehr Einfaches besagt:

Die Pearà gehört zu Verona.

Die Pearà heute

Heute wird die Pearà in den Haushalten immer seltener zubereitet.

Die verfügbare Zeit ist weniger geworden und die langen Garzeiten der Tradition sind fast verschwunden.

Aber diesen Geschmack hat niemand vergessen.

Dalla Bruna bereitet sie seit 1971 zu.

So wie sie schon immer zubereitet wurde.